Publikationen

Angelika Gärtner / Birgit Wang



Deutsch (als Fremdsprache) am Sprachenzentrum der Universität Stuttgart



1. Allgemeines zum Sprachenzentrum

In seiner heutigen Struktur ist das Sprachenzentrum als zentrale Einrichtung dem Rektorat zugeordnet und in die drei Abteilungen Deutsch, Englisch und Fremdsprachen gegliedert.[1] Das Sprachenzentrum steht den Studierenden, Beschäftigten und Mitgliedern der Universität Stuttgart, den zugelassenen Gasthörern und Gasthörerinnen sowie Studierenden anderer Hochschulen der Region zur Verfügung.[2] Die Zielgruppe der Abteilung Deutsch besteht hauptsächlich, d.h. zu etwa 95 Prozent aus Studierenden der Universität Stuttgart.

Die Entstehung des Sprachenzentrums im Jahre 1973 fiel in eine Zeit, die als „Gründerzeit” für viele Sprachenzentren an deutschen Hochschulen bezeichnet werden kann. Wie vielerorts war die Fremdsprachenvermittlung und somit auch Deutsch als Fremdsprache an der Universität Stuttgart zuvor dem Akademischen Auslandsamt unterstellt.

Anfangs bestand das Sprachenzentrum der Universität Stuttgart aus der Abteilung Englisch, zu einem späteren Zeitpunkt kamen die Abteilungen Deutsch als Fremdsprache und Fremdsprachen hinzu. Im Laufe der letzten Jahre erhöhte sich die Zahl der Studierenden, die Sprachkurse und Lehrveranstaltungen am Sprachenzentrum besuchen, so dass das Angebot des gesamten Sprachenzentrums mit Blick auf den stetig zunehmenden und auch sich wandelnden Bedarf erweitert wurde.

An der Abteilung Deutsch als Fremdsprache wurden zunächst Propädeutika sowie sprachvorbereitende Intensivkurse angeboten und die Prüfung zum Nachweis deutscher Sprachkenntnisse (PNdS) abgenommen. In der letzten Zeit änderte sich das Aufgabenfeld und damit auch das Angebot an Lehrveranstaltungen. Neben der Abnahme der PNdS (bzw. später der DSH)[3] lag ab Anfang der 90er Jahre der Schwerpunkt der Tätigkeiten auf Lehrveranstaltungen in Form der studien- bzw. semesterbegleitenden parallelen Vermittlung sprachlicher Fertigkeiten und fachlichem Wissen nach dem Modell des inhalts­orien­tierten Sprachunterrichts (u.a. Schneider; McCollum 1994). Derzeit wird das semesterbegleitende inhaltsorientierte Programm für ausländische Studierende fast ausschließlich auf Oberstufenniveau geführt (s. Kap. 2.1). Die Ausnahme bildet ein spezifisches Angebot für Austausch-, Programmstudierende und Studierende bestimmter Masterstudiengänge, Studierende von Partneruniversitäten sowie Deutschdozenten/Deutsch­do­­zen­t­innen und Gastwissenschaftler/innen auf oberem Mittelstufenniveau (s. Bereich IV, Kap. 2.1.1). Im Sommersemester 2006 wurden an der Abteilung Deutsch auch für deutsche Studierende Lehrveranstaltungen eingeführt, und zwar zum Thema Kommunikation und „Kommunikative Kompetenz” (s. Kap. 2).

Insgesamt beschäftigt das Sprachenzentrum außer den hauptamtlichen Mitarbeitern/Mitarbei­terinnen ca. 70 Lehrbeauftragte. Durchschnittlich besuchen im Semester etwa 3200 Studierende die Sprachkurse und Lehrveranstaltungen, davon etwa 450 die Lehrveranstaltungen der Abteilung Deutsch.[4] Hier gibt es zurzeit zwei hauptamtliche Mitarbeiterinnen (als Vollzeitstellen)[5] und 10 Lehrbeauftragte (Stand 2007).


2. Die Abteilung Deutsch

Die Abteilung Deutsch des Sprachenzentrums hieß bis zum Wintersemester 2005/06 Abteilung Deutsch als Fremdsprache, da bis dahin ausschließlich Lehrveranstaltungen (nachfolgend LV genannt) im Arbeitsfeld Deutsch als Fremdsprache für ausländische Studierende als Zielgruppe angeboten wurden. Auf Grund der Erweiterung des Lehrangebots auch für deutsche Studierende im Sommersemester 2006 erfolgte die Umbenennung. Die Abteilung Deutsch verfügt jetzt über zwei Schwerpunkte bzw. Arbeitsfelder:

1.   Deutsch als Fremdsprache: Angeboten werden LV in den so genannten Bereichen I bis IV (s.u.) für ausländische Studierende, die studienbegleitend und themenorientiert ihre schriftlichen und mündlichen Fertigkeiten in der Fremdsprache Deutsch (auf oberem Sprachniveau) verbessern und vertiefen können. Die Voraussetzungen für die Teilname an diesen LV sind in den Bereichen I bis III Deutschkenntnisse auf Oberstufenniveau und bereits abgelegte Sprachprüfungen wie DSH bzw. DSH-II, TestDaF Stufe 4 (in allen vier Fertigkeiten) oder äquivalente Zertifikate (wie ZOP, KDS, GDS, DSD II). Bereich IV stellt ein Sonderprogramm für eine eingeschränkte Zielgruppe (s.u.) dar und erfordert Sprachkenntnisse auf oberem Mittelstufenniveau.

2.   Deutsch: Hier werden LV im neuen Bereich V Kommunikative Kompetenz als Zusatzangebot und Option zur Weiterqualifikation (auch in Hinblick auf den Beruf) primär für deutsche Studierende durchgeführt,[6] die ihre Sprachkompetenz zur schriftlichen und mündlichen Kommunikation sowie zum wissenschaftliches Arbeiten entwickeln bzw. ver­bes­sern wollen. Zusätzlich gibt es seit dem Sommersemester 2007 ein Lehrangebot zur Ausbildung der „Interkulturellen Kom­pe­tenz”.


2.1 Das Angebot der Lehrveranstaltungen

In jedem Semester gibt es an der Abteilung Deutsch etwa 25 LV in den Bereichen I bis IV (s. Kap. 2.1.1), die wöchentlich in zwei- oder dreistündigen Seminaren stattfinden (s. aktuelles Angebot an LV: www.sz.uni-stuttgart.de/deutsch). Da die LV im Arbeitsfeld Deutsch als Fremdsprache jeweils Deutschkenntnisse auf hohem sprachlichen Niveau erfordern, haben sie das Ziel, einerseits die Sprachkompetenz der Studierenden zu erweitern und zu verbessern, andererseits fach- und wissenschaftssprachliche Strukturen in Hinblick auf die Anforderungen im Studium zu bearbeiten sowie die Studierenden über den Schwerpunkt der Fachsprachenvermittlung hinaus für aktuelle deutschlandkundliche Aspekte (in primär bildungspolitischer, aber auch allgemein politischer, historischer und kultureller Hinsicht) zu sensibilisieren und über aktuelle Entwicklungen bzw. deren Hintergründe zu informieren. Hierbei spielen interkulturelle und kontrastive Bezüge ebenfalls eine große Rolle, wodurch die Studierenden in den themenorientierten LV auch ihr eigenes Wissen über ihre Muttersprache(n) und über historische und aktuelle Entwicklungen in ihrem Herkunfts- oder Heimatland einbringen können.

Das Arbeitsfeld Deutsch mit Bereich V (s. Kap. 2.1.2) beinhaltet zurzeit sechs LV (Stand 2007) zu den Themen Wissenschaftliches Schreiben, mündliche Präsentationen, Bewerbungstraining und Leseverstehen, mit der Intention, vor allem deutschen Studierenden die wichtige Rolle der schriftlichen und mündlichen Kommunikation als Kern- und Schlüsselkompetenzen für ihr Studium und den späteren Beruf bewusst zu machen und sie an Verbesserungsmöglichkeiten der eigenen bisherigen Fähigkeiten heranzuführen. Diese sprachlichen Hilfestellungen und Anregungen können sie in den spezifischen LV der Abteilung Deutsch parallel zu ihrem Fachstudium finden. Darüber hinaus werden auch berufsqualifizierende LV (z.B. Bewerbungstraining, Interkulturelle Kommunikation) angeboten.

Den jeweiligen Zielgruppen entgegenkommend ist die in allen LV der Abteilung Deutsch begrenzte Anzahl der Studierenden auf 20 bis 25 Teilnehmer/innen, um zu gewährleisten, dass die Thematik auch die Einzelnen erreicht und diese im Unterricht aktiv und konstruktiv mitarbeiten und üben können. Die Methode der LV beinhaltet daher nicht nur die Vermittlung von fachlichem und sprachlichem Wissen, sondern auch das Eingehen auf die persönlichen Problembereiche der Studierenden. Da die Thematiken oft sehr umfangreich sind, werden einige LV in Fortsetzung angeboten (z.B. im Wintersemester Teil I, im Sommersemester Teil II), so dass auch eine Art Jahrescurriculum zur Kontinuitätssicherung zur Verfügung steht. Dies kommt z.B. besonders den Zielgruppen entgegen, die im Rahmen eines Austausch- oder Förderprogramms ein Jahr an der Universität Stuttgart studieren.

In allen LV der Abteilung Deutsch können benotete Leistungsnachweise (umrechenbar in ECTS-credits und ECTS-grades) erworben werden, welche sich die ausländischen Studierenden (z.B. im Rahmen der Förder-, Stipendien- oder universitätsinternen Austauschprogramme) für ihr Fachstudium anerkennen lassen können. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit für Studierende bestimmter Studiengänge, sich die LV der Abteilung Deutsch als nicht-technisches Fach im Studiengangscurriculum anrechnen zu lassen (z.B. für das Studienfach Architektur). Für Bereich V ist derzeit in Planung, neben den Leistungsnachweisen auch Leistungspunkte bzw. Credits für die BA/MA-Studiengänge zu vergeben (s. Kap. 2.1.2).

In Zusammenhang mit dem Besuch der LV gibt es im Schwerpunkt Deutsch als Fremdsprache für ausländische Studierende auch die Möglichkeit, das Zertifikat „Deutsch im Studium” (ZDiS) zur Bescheinigung sprachlicher, wissenschaftlicher und landeskundlicher Kenntnisse auf hohem Niveau abzulegen. Hierzu sind sieben LV in den drei ersten Bereichen erfolgreich zu absolvieren, wobei die Studierenden neben dem Erwerb der Leistungsnachweise aus den LV auch eine mündliche Abschlussprüfung (Dauer von 45 Minuten) ablegen müssen. Ein weiteres Zertifikat, das Zertifikat „ Kommunikative Kompetenz” (ZKK) für deutsche (und ausländische) Studierende, kann für das Arbeitsfeld Deutsch beim erfolgreichen Besuch von drei Lehrveranstaltungen erworben werden.

An der Abteilung Deutsch arbeitet ein gut kooperierendes Team aus zwei hauptamtlichen Mitarbeiterinnen, die wegen des Ausbildungs- und Berufshintergrunds auf einzelne Arbeitsgebiete (Fachsprachen der Naturwissenschaft, Technik, Politikwissenschaft, Linguistik und Interkulturelle Kom­mu­nikation/Interkultu­rel­le Germanistik, Fremdsprachendidaktik) spezialisiert sind.[7] Weitere Spezialgebiete und/o­der allgemeine Lehrveranstaltungsinhalte werden von Lehrbeauftragten unterrichtet.


2.1.1 Lehrveranstaltungen im Arbeitsfeld Deutsch als Fremdsprache

Bei den LV mit Schwerpunkt Deutsch als Fremdsprache steht die o.g. Vermittlung neuer Inhalte zur Erweiterung der sprachlichen Kompetenz im Vordergrund. Das Lehrangebot umfasst darauf basierend vier Bereiche mit folgenden Inhalten:

Bereich I:         Deutsche Wissenschaftssprache,

Bereich II:        Fachsprachen (und Berufssprachen),

Bereich III:       Deutschlandkunde,

Bereich IV:      Sonderprogramm mit spezifischen LV und unterschiedlichen Thematiken für definierte Zielgruppen.

In Bereich I „Wissenschaftssprache” stehen die vier Fertigkeiten Hörverstehen, Leseverstehen, schriftliche Textproduktion und mündliche Kommunikationsfähigkeit im Vordergrund, die in den jeweiligen LV themenorientiert vermittelt bzw. vertieft werden. Sowohl die Themen zur mündlichen als auch zur schriftlichen Sprachkompetenz sind stets ausgerichtet auf das Studium, d.h. sie basieren auf wissenschaftlichen Text- bzw. Diskursstrukturen und behandeln die für die Fachrichtungen der Studierenden relevanten sprachlichen Strukturen.

Bereich II „Fachsprachen (und Berufssprachen)” beinhaltet LV zu verschiedenen Fachsprachen vor allem auf dem Gebiet der Naturwissenschaft und Technik, Wirtschaft und Wirtschaftskommunikation, Politikwissenschaft, Architektur, Geisteswissenschaften allgemein und Germanistik. Die LV orientieren sich jeweils im wissenschaftlichen Rahmen an den Fachsprachen der an der Universität angebotenen Studiengänge. Daher werden in diesem Bereich neben der Analyse des fachsprach­lichen Wortschatzes und der fachsprachlichen Strukturen gleichzeitig auch spezielle Fertigkeiten auf dem Gebiet der Wissenschaftssprache vermittelt.

Mit Bereich III „Deutschlandkunde” steht ein Angebot an LV mit verschiedenen Thematiken zur Verfügung, die Deutschland (oder auch den deutschsprachigen Raum) betreffen. Die Themen stützen sich einerseits auf aktuelle Ereignisse und Entwicklungen, wobei Tatsachen und Hintergründe erläutert, diskutiert und mit Entwicklungen in den Herkunfts- bzw. Heimatländern der Studierenden ergänzt oder verglichen werden. Andererseits werden in speziellen LV u.a. für die deutsche Sprache wichtige Sachverhalte/Fakten aufgezeigt (z.B. Geschichte der deutschen Sprache), in die deutsche Geschichte eingeführt oder Literatur überblicksartig (z.B. nach Epochen) vorgestellt. Verbunden wird dieser deutschlandkundliche Unterricht stets mit schriftlicher und mündlicher Spracharbeit, d.h. beispielsweise Textanalysen zum Thema sowie Präsentationen von Studierenden.

In Bereich IV, dem Sonderprogramm, stehen stets unterschiedliche Inhalte im Mittelpunkt der LV, wobei seit den letzten Semestern auch hier wegen der hohen Nachfrage Fachsprachen/Wis­sen­schafts­sprachen einen großen Schwerpunkt einnehmen, weil die Zielgruppen des Bereichs vor allem fachsprachlich für bestimmte Studiengänge (technisch orientierte Masterstudiengänge, wirtschaftlich und technisch orientierte sowie philologische Studiengänge) aus- und weitergebildet werden sollen. Da die Studierenden nicht über Ober-, sondern Mittelstufenkenntnisse verfügen, werden in erster Linie sprachliche Strukturen im Kontext von Textarbeit analysiert und trainiert oder bei Bedarf auch wiederholt. Diese Spracharbeit nimmt in der Lehre daher einen größeren Teil als in den drei anderen Bereichen ein.

Bei einzelnen LV in allen vier Bereichen werden zur Unterrichtsergänzung auch Theaterbesuche und Exkursionen angeboten wie beispielweise bei Architektur Führungen durch die Stuttgarter Region, zur Fachsprache Naturwissenschaft und Technik Besuche in Museen oder Werken der Automobilindustrie oder deren Zulieferungsfirmen in der Region, zur Fachsprache Germanistik/Lin­guistik eine Führung im Institut für deutsche Sprache (Mannheim), zur Fachsprache Politikwissenschaft ein Besuch in der Landeszentrale für politische Bildung in Stuttgart, zur Fachsprache Wirtschaft Führungen durch Firmen u.v.m.


2.1.2 Lehrveranstaltungen im Arbeitsfeld Deutsch

Im Rahmen des Reformprozesses an den deutschen Hochschulen leistet auch das Sprachenzentrum der Universität Stuttgart einen konstruktiven, innovativen und zukunftsorientierten Beitrag, indem es mit der Erweiterung der früheren Abteilung Deutsch als Fremdsprache zur Abteilung Deutsch nicht nur die Sprachfertigkeiten der ausländischen Studierenden fördert, sondern mit zielgerichteten LV auch zur Verbesserung der kommunikativen Kompetenz deutscher Studierender beiträgt. Vor dem Hintergrund der Einführung der modula­risierten Studiengänge mit einem Leistungspunktesystem sowie dem Pflichterwerb von fachübergreifenden Kompetenzen und so genannten Schlüsselqualifikationen (vgl. u.a. Kohler 2004, Prestin; Schwarze 2005) kann die Abteilung Deutsch mit ihrem Lehrangebot in Bereich V „Kommunikative Kompetenz” dazu beitragen, sprachliche Problemfelder der Studierenden zu bearbeiten. Allgemeines Ziel des Lehrangebots ist die Qualitätssicherung durch die Verbesserung der mündlichen und schriftlichen Sprachfähigkeit der Studierenden. So haben die Studierenden parallel zu ihrem Fachstudium die Möglichkeit, sich einerseits Grundlagen zur Gestaltung von Referaten, Fachvorträgen oder allgemeinen Präsentationen von Sachverhalten und zur rhetorischer Kommunikation anzueignen sowie sich andererseits mit Strategien zum Verstehen von Fachtexten vertraut zu machen und die Erstellung von schriftlichen Arbeiten (Haus-, Abschlussarbeiten etc.) unter Verwendung bestimmter sprachlicher Mittel wie grammatischer/syn­taktischer Strukturen, Fachtermini etc. zu üben. Die hier in Auswahl genannten grundlegenden Kommunikationsformen stellen wichtige Anforderungen für ein erfolgreiches Studium dar, die im jeweiligen Fachstudiengang meist schon vorausgesetzt und auf Grund der thematischen überlastung häufig nicht ausführlich oder ausreichend erworben werden können. Insofern stellt das studienbegleitende Lehrangebot auch ein in sprach-kom­munikativer Hinsicht stark praxis- und berufsorientiertes Ausbildungs- und Vertiefungsprogramm dar (s.o.).

Seit dem Sommersemester 2006 wurde die Anzahl der LV stets erweitert und im Sommersemester 2007 auch der zweite Schwerpunkt „Interkulturelle Kommunikation” integriert (s. das aktuelle Angebot in Bereich V unter www.sz.uni-stuttgart.de). Dies soll in den nächsten Semestern fortgesetzt und mit mehr Lehrangebot auf eine breite Basis gestellt werden.


3. Beispiele aus zwei studienbegleitenden Lehrveranstaltungen für das Arbeitsfeld Deutsch als Fremdsprache: Die Vermittlung von Fachsprachen

Die Vermittlung von Fachsprachen[8] stellt ein wichtiges Lehrgebiet beim Schwerpunkt Deutsch als Fremdsprache dar, weil sich hier fachspezifische und sprachliche Inhalte im Unterricht verbinden lassen, die den ausländischen Studierenden den Zugang zu Fachtermini und wissenschaftlichen Formulierungen in ihrem Fachstudium erleichtern sollen. Während in Lehrveranstaltungen zu sozialwissenschaftlichen und geisteswissenschaftlichen Fachsprachen an der Abteilung Deutsch mit einer homogenen Lerngruppe gerechnet werden kann, wie beispielsweise in Seminaren zu den Fachsprachen der Politikwissenschaft oder Germanistik, besuchen Studierende unterschiedlicher naturwissenschaftlicher und technischer Disziplinen das Lehrveranstaltungsangebot zu den Fachsprachen der Naturwissenschaften und Technik. Häufig nehmen sogar Studierende geisteswissenschaftlicher oder sozialwissenschaftlicher Fächer aus Interesse teil. Eine solche heterogene Lerngruppe stellt eine Herausforderung dar, was die Konzeption der LV betrifft. Es liegt auf der Hand, dass bei den natur- und ingenieurwissenschaftlichen Fachsprachen nicht alle Bedürfnisse der Teilnehmer/innen unterschiedlicher Fächer nach intensiver fachsprachlicher Behandlung ihrer Studiengänge erfüllt werden können. Ein von Studierenden oft geäußerter Wunsch nach der Erarbeitungen des kompletten Wortschatzes eines bestimmten Faches kann schon angesichts der begrenzten Unterrichtszeit nur Wunsch bleiben. Hält man sich allein die Vielzahl von Fachsprachen, die innerhalb eines Studienfaches existieren, vor Augen und ruft sich ins Bewusstsein, dass die Behandlung der Fachlexik wegen ihrer steten Erweiterung nie als abgeschlossen betrachtet werden kann, wird die Realisierungs(un)möglichkeit eines solchen Wunsches sehr deutlich. Dennoch wird versucht, auf die Studierenden und deren Intentionen so weit wie möglich einzugehen.

Nachfolgend sollen zwei Unterrichtsbeispiele aus den beiden Fachsprachengebieten Naturwissenschaft und Technik und Germanistik vorgestellt werden.


3.1 Fachsprachen: Naturwissenschaft und Technik

In der Lehrveranstaltung „Fachsprachen: Naturwissenschaft und Technik” werden u.a. die Fachsprachen der Mathematik, Physik, Chemie und Werkstoffkunde behandelt, da diese als Grundlagenfächer aller ingenieurwissenschaftlichen Fächer gelten. Da aber auch hier nicht z.B. der gesamte Wortschatz der einzelnen Fachsprachen bearbeitet werden kann, müssen gezielt Schwerpunkte gesetzt und die korrekte Anwendung des Fachwortschatzes im Kontext geübt werden. So stehen die für die Fachsprachen typischen Wortschatzstrukturen im Zentrum der Arbeit mit den Studierenden. Zu betonen ist in diesem Zusammenhang, dass nicht die einzelnen Fachinhalte vermittelt werden, sondern die Fachsprachen, die Sprachstrukturen, mit denen im Fach kommuniziert wird, eingeführt werden. In den Lehrveranstaltungen zu einzelnen Themengebieten können die Fachinhalte nicht zwangsläufig als allgemein bekannt vorausgesetzt werden, insbesondere dann nicht, wenn auch Studierende der geistes- und gesellschaftswissenschaftlichen Fächer teilnehmen. Daher ist auch Ziel, sich in der Fremdsprache Deutsch neue Inhalte anzueignen bzw. Neugierde für Fachinhalte zu wecken.

Einen kleinen Einblick in die Arbeit soll am Beispiel der Veranstaltung „Deutsch in Naturwissenschaft und Technik: Bionik” gegeben werden. Die interdisziplinäre wissenschaftliche Disziplin Bionik eignet sich insofern ausgesprochen gut, da sich hier die inhaltliche Auswahl der zu behandelnden Themen sehr gut auf einzelne Studienfächer der Teilnehmer/innen beziehen kann. Als Einführung in das Thema Bionik werden relevante Begriffe definiert und die Sichtweisen einzelner Disziplinen diskutiert. Im Zentrum stehen die Biologie, die Technische Biologie, die Biotechnik und die Bionik. Behandelt werden in diesem Zusammenhang auch die Herkunft des Begriffs „Bionik”, ihre Entwicklungsgeschichte, die Technische Biologie und die Bionik als Antipoden sowie Ansatzmöglichkeiten zu bionischen Vorgehensweisen. Gearbeitet wird mit Schaubildern und Fachtexten. Anschließend erhalten die Studierenden einen Einblick in das Leistungsspektrum der Bionik. Bearbeitet werden Anwendungsbeispiele aus einzelnen Bereichen wie z.B. der Materialbionik, der Konstruktionsbionik, der Bionischen Robotik, der Sensorbionik, der Bionischen Kinematik und Dynamik, der Neurobionik, der Verfahrensbionik und der Organisationsbionik. Wie bereits erwähnt, bezieht sich die Auswahl der Beispiele auf die Studienfächer der Teilnehmer/innen, soweit dies möglich ist. Die Basis der Vermittlung bilden vorwiegend Filme und Fachtexte.

Sehen die Studierenden einen Film, wird zuvor das Thema inhaltlich vorbereitet, Fachbegriffe erläutert und ihre Anwendung geübt. Eingegangen wird in diesem Kontext auf die für Fachsprachen charakteristischen Wortbildungsformen im Nominal- und Adjektivbereich, auf adverbiale Nebensätze, komplexe Adverbialbestimmungen und eindeutige Fachverben sowie Funktionsfachverbgefüge. Die Studierenden erhalten Arbeitsblätter mit Aufgaben, die ihnen zu einem leichteren Verständnis des Filmbeispiels verhelfen. (Beispielsweise werden einzelne Schritte eines Experiments in Lückentexten abgefragt.) Nach Ansicht des Filmes werden die Arbeitsblätter sowie der gesamte Filminhalt in Kleingruppen diskutiert und anschließend im Plenum besprochen, bevor der Film wiederholt gezeigt wird. Abschließend erhalten die Teilnehmer/innen die Aufgabe, das Filmbeispiel mündlich und als Hausarbeit schriftlich unter Verwendung der erlernten Fachwörter und Fachstrukturen wiederzugeben.

Die Mehrzahl der Filmbeispiele bietet sich zudem für eine Einführung bzw. Wiederholung von Grundbegriffen und Themen aus der Physik an, wie z.B. Grundbegriffe der Mechanik, die Federkraft und das Hookesche Gesetz die Mechanik der festen Körper und die Schwingungs- und Wellenlehre. (In diesem Zusammenhang wird auch auszugsweise mit Binder; Buhlmann 1977 gearbeitet.) übungen zu fachsprachlichen Strukturen (Partizip I und Partizip II, Komposita, mit adversativem „während” eingeleitete Nebensätze, Kausalitätsverhältnisse im Satz etc.) runden die Wiederholungen ab.


3.2 Fachsprache Germanistik, Schwerpunkt Linguistik: Wortschatz und Wortbildung

Die Lehrveranstaltung zur Fachsprache der Germanistik bearbeitet in erster Linie[9] zwei Disziplinen, und zwar Linguistik und Literaturwissenschaft, wobei in den jeweiligen Semestern stets Schwerpunkte gesetzt werden wie beispielsweise grammatisch-syntaktische Themen oder Aspekte des Wortschatzes und der Wortbildungsmorphologie. Da sich die Veranstaltung primär an Studierende des Faches Germanistik (oder Allgemeine Linguistik, Literaturwissenschaften) richtet, können Fachkenntnisse vorausgesetzt werden (z.B. Kenntnisse aus den Einführungsveranstaltungen in die Linguistik und Literaturwissenschaft). Diese sind jeweils zu vertiefen bzw. bei sich zeigenden Pro­blembereichen oder Wissensdefiziten zu wiederholen, um die Studierenden an die Anwendung ihrer Kenntnisse im Hinblick auf Textanalyse und schließlich eigene Textproduktion heranzuführen.

In der Veranstaltung mit dem Schwerpunkt Wortschatz- und Wortbildungsthematiken in der Fachsprache der Linguistik, die hier exemplarisch kurz vorgestellt werden soll, sind anhand von mehreren, unterschiedlichen Fachtexten zunächst folgende Schritte durchzuführen:

1. Lesen und Erfassen eines linguistischen Textes (entweder ein aktueller Artikel aus einer linguistischen Zeitschrift oder ein Kapitel einer Monografie zu einem bestimmten linguistischen Thema) im Hinblick auf die inhaltlichen Schwerpunkte;

2. Analyse der Gesamtstruktur des Textes (Gliederung, Aufbau, Anmerkungen/Fuß­no­ten etc.); 

3. Analyse des Fachwortschatzes;

4. Analyse der wichtigsten und häufig verwandten Wortbildungstypen im überblick;

5. Analyse einzelner besonderer Wortbildungsstrukturen (auch ad-hoc-Bildungen);

6. üben der spezifischen und komplexen Wortbildungsstrukturen;

7. Transferleistungen und eigene Textproduktion, d.h. Erstellen eines kurzen Textes zu einem bestimmten linguistischen Thema unter Verwendung des Fachwortschatzes und der Wortbildungstypen;

8. Bearbeitung und Diskussion der vorgestellten Textproduktion (jeweils in Auszügen, d.h. ein spezifischer Bereich bei jedem/jeder Studierenden);

9. Behandlung kontrastiver und (inter-)kultureller Aspekte: a) Vergleich des Fachwortschatzes und der häufig gebrauchten Wortbildungstypen im Deutschen zu anderen Sprachen, insbesondere der Herkunfts- bzw. Muttersprachen der Studierenden anhand eines überblicks und einer kurzen exemplarischen Textanalyse (als Beitrag der Studierenden); b) Vergleich und Diskussion um das Verfassen linguistischer Texte in anderen Sprachen hinsichtlich der ‚Normen’ oder ‚typischen’ Schreibformen, kulturspezifischen Formen von Fach- und Wissenschaftssprachen, Gebrauch von Textsorten etc.

Nachfolgend kann hier lediglich exemplarisch zu den Punkten 3 bis 5 ein Einblick in die Analyse auf der Basis des folgenden Ausschnitts aus einem Beispieltext zum Thema „Pragmatik” gegeben werden (aus: Meibauer 1999: 63f.):

5.3 Pragmatik außerhalb der Grammatik?

Wenn die Pragmatik als etwas betrachtet wird, das außerhalb der Grammatik liegt und ihr gegenüber autonom ist, dann sind zwei Haltungen möglich: Pragmatik kann als wesentlich nicht-modular oder als wesentlich modular aufgefaßt werden. Charakteristische Positionen dazu sollen hier kurz vorgestellt werden: Verschueren (1987) und Wilson/Sperber (1991) als Vertreter der nicht-modularen Partei; Bierwisch (1980) und Motsch/Reis/Rosengren (1990) als Vertreter der modularen Partei.

Für Verschueren (1987) ist Pragmatik grundsätzlich nicht-modular. Pragmatik stellt für ihn keine separate Komponente dar wie etwa die Phonologie, Syntax und Semantik, sondern ist eine funktionale Perspektive auf diese Gebiete, und mehr noch, auf alle Aspekte der Sprache. Während Komponenten wie Phonologie, Syntax und Semantik bestimmte grundlegende Analyseeinheiten haben, nämlich den Laut, den Satz und die Bedeutung, kann man bei der Pragmatik solche analytischen Grundbegriffe nicht ausmachen. Und während Disziplinen wie Soziolin­guistik, Psycholinguistik, anthropologische Linguistik und Neurolinguistik ihren eigenen Gegenstandsbereich haben, nämlich die Gesellschaft, die Kognition, die Kultur und das Gehirn, kann ein solcher Bezug auf einen bestimmten Gegen­standsbereich bei der Pragmatik nicht festgestellt werden.

Die Art der Perspektive geht von dem Begriff der Adaption aus. Sprache wird daraufhin befragt, was sie zum menschlichen überleben beiträgt; sprachliche Prozesse sind für Verschueren Adaptionsprozesse. Daher ist in seinem Ansatz die Bezugswissenschaft der Sprachwissenschaft nicht wie bei Chomsky die kognitive Psychologie, sondern die Biologie. Diese Sichtweise schließt nicht die Untersuchung sozialer Faktoren aus, denn diese verkörpern ja gerade die Lebensbedingungen der menschlichen Gattung. Ob nun die sprachliche Anpassung in der Kleingruppe, in größeren Verbänden oder auf der Ebene der Menschheit untersucht wird, immer spielt dabei der prozessuale Aspekt eine Rolle. Die Funktion dieser Adaptionsprozesse zu untersuchen, ist Aufgabe der Pragmatik.

Dieser Ansatz trägt einerseits sicher der Schwierigkeit Rechnung, daß zwischen den möglichen Submodulen der Pragmatik auf Anhieb kein innerer Zusammenhang erkennbar ist, und man sich auch nur unter Zögern zu einer bestimmten Basiseinheit der Ana­lyse, sagen wir den Sprechakt, bekennen mag. Anderseits scheint die typische adaptionistische Fragestellung - etwa die: wie konnten sich im Verlauf der Evolution im Deutschen vier Satztypen herausschalen? - bei genauer Betrachtung zu umfassend, als daß man sich vorstellen konnte, wie man sie jemals konkret beantworten sollte. Der Versuch, sie zu beantworten, scheint mit Notwendigkeit in die Modularisierung zu führen, und sei diese auch nur als methodisches Prinzip zu verstehen.             

Daß die Pragmatik nicht-modular sei, darauf bestehen auch Wilson/Sperber (1991). Sie warnen davor, Pragmatik nach dem Muster der Grammatik zu modellieren; die Grammatik sei ein „ special-purpose modular system”, während die Pragmatik „simply the domain in which grammar, logic and memory interact” sei (S. 583).


Bezüglich der Analyse des Fachwortschatzes (Punkt 3), d.h. speziell der lingui­stischen Termini, haben die Studierenden zunächst die Aufgabe, diese im Text heraus zu suchen und zu markieren. Anschließend sind die Termini vollständig (nicht nur in Auswahl) zu nennen, zu erläutern und in ihrer Semantik zu bestimmen (z.B. Grammatik, Pragmatik, modular, Phonologie, Syntax usw.). Dies kann mit Hilfe des vorhandenen Wissens der Studierenden, ergänzend auch anhand von Wörterbucheinträgen (und natürlich der Hilfestellung der Dozentin) geschehen.

Bei Punkt 4 haben die Studierenden die Aufgabe, ausgewählte Termini den verschiedenen Wortbildungstypen zuzuordnen und die wichtigsten und häufig vorkommenden Typen zu beschreiben,[10] z.B. Kompositabildungen, Derivationen, Substantivierungen (Konversionen), Kürzungen, wobei in diesem Kontext auch die Wortbildungstypen und deren Bildung zusammenfassend vorgestellt bzw. wiederholt werden können. In diesem Zusammenhang sind Struktur und Semantik auch nicht trennbar, so dass bei den einzelnen Bildungstypen jeweils auch versucht wird, wenn möglich die semantischen Aspekte zu vermitteln.[11]

Punkt 5 zeigt den Studierenden Besonderheiten im vorliegenden Text wie Fremd- oder Lehnwortbildungen und im Rahmen der Derivation deren adjektivische Ableitungen (wie Pragmatik, pragmatisch) sowie die häufige Verwendung von Suffixen (auf -heit, -keit, -tät, -ung, -ie, -ik, etc.) auf und sensibilisiert sie hierfür. Ebenso sind s-Fugenelemente in Komposita aus Substantiv + Substantiv (Adaptionsprozesse), Bindestriche zwischen Komposita (nicht-modular), Bildungen aus Kürzungen + Substantive (Soziolinguistik) oder gegebenenfalls ad-hoc-Bildun­gen/Okka­sio­nalismen Gegenstand der (fremd-)sprachlichen Analyse.

Was hier nun in aller Kürze angesprochen wurde, ist als Unterrichtsinhalt je nach Wissen und Interesse bzw. Bedarf der Teilnehmer/innen zu vertiefen. Die Studierenden sollen das Gefühl haben, dass sie mit ihren Kenntnissen oder ihrem Wunsch nach Erweiterung der Kenntnisse zum erfolgreichen Durchführen und Gelingen der Lehrveranstaltung beitragen. Ziel soll auch sein, dadurch die Scheu vor dem Umgang mit Fachtexten zu verlieren und zu erkennen, dass Termini und ihre Strukturen (zwar begrenzt, aber durchaus) erlernbar und schließlich in der eigenen Textproduktion anwendbar sind. Die Studierenden erhalten somit ein auf ihren Bedarf zugeschnittenes Handwerkszeug, das sie in ihrem Fachstudium für sich selbst auswählen und einsetzen können.


4. Aussichten und weitere Pläne

Nach der Umsetzung des ersten Schrittes des Gesamtkonzepts im Bereich V im Sommersemester 2006 ist - auch um der hohen Nachfrage gerecht zu werden - für die kommenden Semester eine Erweiterung des Lehrangebots und durch den Erwerb spezifischer Leistungsnachweise oder Leistungspunkte auch die stärkere Anbindung an die einzelnen Fakultäten geplant. Beispielsweise ist im Rahmen der Bachelor-Studiengänge die Aufnahme spezifischer LV als berufsfeldorientierte Studienleistungen angestrebt. Das Angebot soll hierbei mehrere LV auf kommunikativen wie auf interkulturellem Themengebiet umfassen. In weiteren Schritten sollen in Bereich V zusätzliche Zielgruppen angesprochen werden, um eventuell eine -ffnung nach außen im Rahmen von Dienstleistungsangeboten zu ermöglichen. Das Angebot für eher externe Teilnehmer/innen soll dann neben der Aus- bzw. Fortbildung in Kommunikationsformen auch den zweiten Schwerpunkt Interkulturelle Kommunikation bezogen auf einzelne Schwerpunktregionen beinhalten. Geplant sind hierbei für Studierende auch kooperierende LV, d.h. LV, die ein Themengebiet in sprachlicher und kultureller Hinsicht kontrastierend bzw. vergleichend darstellen, z.B. für den englischen und deutschen Sprachraum. Dadurch können bikulturelle und interkulturelle Thematiken behandelt sowie das Wissen zu beiden Sprachen spezifiziert bzw. intensiviert werden.


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[1]    Das Sprachenzentrum hat eine ständige und eine stellvertretende Leitung. Der derzeitige Leiter ist Prof. Dr. Klaus von Heusinger, Lehrstuhlinhaber der Fakultät Linguistik/Germanistik, stellvertretender Leiter ist Prof. Dr. Jürgen Pafel (ebenfalls Linguistik/Germanistik). Bis 2006 leitete Prof. Dr. Achim Stein, Lehrstuhlinhaber der Fakultät Linguistik/Gal­lo­romanistik (derzeit Dekan der Fakultät 9), das Sprachenzentrum.

[2]    Allerdings haben die Studierenden der Universität Stuttgart Vorrang und diejenigen anderer Hochschulen können nur teilnehmen, wenn ausreichend Plätze vorhanden sind.

[3]    Derzeit findet an der Universität Stuttgart keine DSH mehr statt. (Die letzte Prüfungsabnahme erfolgte im April 2006.)

[4]    Hierbei ist zu berücksichtigen, dass die Gesamtzahl der Teilnehmer/innen an Veranstaltungen der Abteilung Deutsch lediglich die Oberstufe (und obere Mittelstufe im Sonderprogramm, s.u.), aber keine Grund- und Mittelstufe umfasst, die Abteilung Fremdsprachen jedoch auch Sprachkurse auf Grundstufe bietet, um die Sprachen ohne Vorkenntnisse zu erlernen. Die Abteilung Englisch führt ebenfalls Sprachkurse ab der oberen Mittelstufe durch, der Schwerpunkt liegt auch hier auf themenorientierten Lehrveranstaltungen im Oberstufenbereich. In allen drei Abteilungen des Sprachenzentrums ist die Nachfrage weitaus höher als die Kapazitäten und Möglichkeiten des Angebots.

[5]    Frau Dipl. Pol. Birgit Wang, M.A. (Koordinatorin) und Frau Dr. Angelika Gärtner.

[6]    Die LV können natürlich auch von ausländischen Studierenden besucht werden, allerdings müssen diese über ausgezeichnete Deutschkenntnisse (mindestens KDS-/GDS-Niveau) verfügen. Diese Voraussetzungen sind notwendig, um bei der Behandlung der Themen in den LV von etwa ähnlichen sprachlichen Kenntnissen ausgehen zu können, ohne erst typische fremdsprachliche Problemfelder bearbeiten zu müssen.

[7]    Birgit Wang: Studium der Politikwissenschaft (Diplom) und Studium der Germanistik und Anglistik, mehrjährige DAAD-Tätigkeit an Universitäten in China (mit Schwerpunkt auf naturwissenschaftlich-technischem und wirtschaftssprachlichem DaF-Unterricht);

Angelika Gärtner: Studium der Germanistik und Klassischen Philologie, Promotion in Germanistischer Linguistik, mehrjährige DAAD-Tätigkeit an einer Universität in Brasilien (Unterricht in DaF, Fachsprachen und Linguistik).

[8]    Voraus geht in den einzelnen fachsprachlichen LV jeweils eine kurze Einführung in das Gebiet der Fachsprachen allgemein mit Definition(en), Gliederungen und Charakteristika von Fachsprachen/Wissenschaftssprachen, einer Gegenüberstellung zur Gemeinsprache sowie der Darstellung allgemeiner Charakteristika von Fachtexten, basierend auf der grundlegenden Literatur zu Fachsprachen und zur Fachsprachendiskussion wie u.a. Altmayer, Forster (2003), Fluck (1992, 1996, 1997), Hoffmann (1985, 1987), Hoffmann; Kalverkämper; Wiegand (1997/1998), Jung; Kolesnikova (2003), Kalverkämper; Weinrich (1986), Möhn; Pelka (1984), Roelcke (1999), Schade (1993), Skiba (1998), Trumpp (1998), Zhu; Zimmer (2003).

[9]    Neben der Linguistik und Literaturwissenschaft werden bisweilen auch Themen aus der Medienwissenschaft, Fremdsprachendidaktik (DaF) oder anderen germanistischen Feldern bearbeitet.

[10] Als Grundlage für die Vermittlung der theoretischen Grundlagen für die Thematik dienen u.a. Donalies (2002), Eichinger (2000), Fleischer/Barz (1995), Lohde (2006).

[11] „hnlich, wie es u.a. Storch (1999: 90) praxisorientiert ansatzweise mit z.B. „explikative” und „nicht-explikative” Typen versuchte.